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Ein Ruderboot, ein See und ein Drehtag so entspannt wie der Song

„I wüll nur a Ruadaboot, alan am See.” Wenn ein Lied mit so einer Zeile anfängt, ist eigentlich schon alles gesagt: Es geht ums Wenig-Brauchen. Mango Deluxe — das Kärntner Duo Dees DeLüx und Fabian Mang — hat daraus eine Mundart-Single gemacht, die genau dieses Gefühl trifft. Und ich durfte gleich zweimal dabei sein: einmal im Studio, als der Song entstand, und einmal am See, als daraus ein Musikvideo wurde.

Die Idee: folkig, leise, mit Augenzwinkern

Das Konzept war von Anfang an klar und angenehm unaufgeregt. Kein Hochglanz, keine grellen Farben, keine gestellte Coolness — sondern Fischer- und Holzfäller-Stil, warm gedeckt, schön, aber nicht herausgeputzt. Easy, entspannt, ein bisschen witzig, ohne sich anzustrengen. Genau die Stimmung, die der Song selbst hat.

Erzählt wird eine kleine Flucht: Letztens war einer in Wien, zu viele Leute, kommt nicht weit — und will eigentlich nur ein Ruderboot und seine Ruhe am See. Das ganze Video baut auf dieser Idee auf, mit lauter Bildern, die man so wenig erwartet, dass sie einen zum Schmunzeln bringen.

Zuerst der Klang: der Song im Studio

Bevor das erste Bild gedreht war, stand der Song. Aufgenommen und produziert haben wir „Ruadaboot” bei mir im Studio — vom ersten Referenztrack bis zum Pre-Master, der dann am Set als Playback aus dem Lautsprecher über den See schallte. Bass, Kontrabass, Gitarre, Melodica und die Stimmen von Dees und Fabian: vier Musiker:innen, ein Stück, das im Ohr bleibt.

Dass derselbe Klang, den wir im Regieraum aufgebaut haben, später beim Dreh die Szene getragen hat, ist für mich das Schönste an so einem Projekt. Ton und Bild aus einem Haus — da greift einfach alles ineinander.

Dann das Bild: ein Drehtag am Längsee

Gedreht wurde an einer Hütte am Längsee, auf Privatgelände, mit kleiner Crew und zwei Kameras: eine ruhige Hauptkamera für die Master-Einstellungen, eine bewegliche zweite am Gimbal für die Nahaufnahmen — und einer Drohne über dem Wasser für die großen Bilder.

Statt alles der Reihe nach abzudrehen, haben wir nach Schauplätzen gebündelt: erst die ganze Band auf der Veranda, dann der Steg, dann der See, dann die Wiese. Das spart Umbauten und hält die Stimmung locker. Und die liebsten Momente schreiben sich fast von selbst:

  • Fabian rudert allein in die Seemitte und spielt sein Melodica-Solo, während die Kamera das Boot umkreist.
  • Georg zelebriert sein Gitarrensolo in betont langsamer Prozession den Steg hinaus — und erst nach und nach sieht man, dass Dees und Delo mit ihren Instrumenten dahinter feststecken und gern schneller wären.
  • Im Boot wird nicht gespielt, sondern gerudert: Der riesige Kontrabass ist der heimliche Star an Bord.
  • Und zur goldenen Stunde finden zwei Ruderboote langsam zueinander, bis sie nebeneinander liegen.

Den Schluss haben wir uns für das letzte Licht aufgehoben: vier Leute am Steg, der Blick geht auf den See hinaus — und dann gibt es noch eine kleine, fast oscarreife Pointe mit einem Stein, einem Platscher und einem entgeisterten „Boa!”.

Das Ergebnis

Herausgekommen ist ein Video, das nichts behaupten muss. Es schaut einfach einer Band beim Glücklichsein zu — und nimmt dich mit ans Wasser. Genau dafür stehe ich gern hinter der Kamera und am Mischpult.

Mehr von Mango Deluxe: fabianmang.com und mangodeluxe.bandcamp.com

Und falls du selbst ein Lied hast, das nach Bildern verlangt — schau, wie so etwas bei mir aussieht. 🎣